Zwei Monate voller neuer Eindrücke, kleiner Fortschritte und großer Entwicklungsschritte.

Finni ist bei uns angekommen und lernt jeden Tag ein bisschen mehr von unserer Welt.

Anna-Maria Dausch

10/9/20265 min lesen

Ein neues Zuhause und eine ganz neue Sprache. Als Finni bei uns eingezogen ist, begann für sie ein völlig neuer Lebensabschnitt. Alles war neu: die Menschen, die Umgebung, die Geräusche, die vielen Tiere auf unserem Hof und natürlich auch die Regeln unseres Alltags. Wenn wir heute zurückblicken, ist es unglaublich schön zu sehen, wie viel sie in diesen ersten zwei Monaten bereits gelernt hat. Zuerst einmal: Unsere Bayerischen Dialekt! Natürlich nicht von heute auf morgen, aber Schritt für Schritt versteht Finni immer besser, was wir von ihr möchten. Sie lernt unsere Worte, unsere Körpersprache und unsere täglichen Abläufe kennen. Sie beginnt zu verstehen, wann es Zeit zum Spielen ist, wann wir gemeinsam unterwegs sind und wann einfach Ruhe angesagt ist. Dabei geht es uns nicht darum, möglichst schnell möglichst viele Kommandos zu beherrschen. Viel wichtiger ist, dass Finni sich bei uns sicher fühlt, Vertrauen aufbauen kann und lernt, sich an uns zu orientieren. Denn bevor ein Hund zuverlässig lernen kann, braucht er vor allem eines: Zeit, Sicherheit und eine Umgebung, in der er sich wohlfühlt. Ruhe lernen – mindestens genauso wichtig wie Sitz und Platz Ein Punkt, der uns beim Training besonders wichtig ist, ist das Thema Ruhe.

Gerade Welpen erleben jeden Tag unglaublich viel Neues. Sie entdecken ihre Umgebung, nehmen unzählige Gerüche wahr, beobachten andere Tiere und müssen all diese Eindrücke erst einmal verarbeiten. Dabei kann es schnell passieren, dass sie überdrehen und Schwierigkeiten haben, von selbst wieder herunterzufahren. Deshalb üben wir mit Finni nicht nur klassische Kommandos, sondern auch, zur Ruhe zu kommen, abzuwarten und nicht auf jeden Reiz sofort reagieren zu müssen. Sie soll lernen, dass nicht immer etwas passiert. Dass sie nicht ständig beschäftigt werden muss und dass es völlig in Ordnung ist, einfach einmal nichts zu tun. Auch das gehört zur Erziehung eines Hundes. Wir versuchen, unseren Alltag so zu gestalten, dass Finni ausreichend Zeit zum Schlafen und Entspannen bekommt. Gerade nach aufregenden Erlebnissen oder Trainingseinheiten ist es wichtig, ihr die Möglichkeit zu geben, zur Ruhe zu kommen. Denn Lernen bedeutet nicht nur, etwas Neues auszuprobieren. Auch die Verarbeitung der gesammelten Eindrücke gehört dazu.

Natürlich gehört auch das praktische Training zu unserem Alltag. Wir üben regelmäßig in kleinen Einheiten und versuchen, die Übungen ganz selbstverständlich in unseren Tagesablauf einzubauen. Mittlerweile hat Finni schon einiges gelernt: Sitz und Platz: Auf unsere Signale hin kann sie sich hinsetzen oder hinlegen. Das klappt bereits immer besser und gibt uns eine gute Grundlage für viele weitere Übungen. Schau: Mit diesem Signal möchten wir ihre Aufmerksamkeit auf uns lenken. Gerade in einer Umgebung mit vielen spannenden Eindrücken ist es schön, wenn sie sich immer häufiger an uns orientiert. Fuß gehen: Auch das gemeinsame Gehen an unserer Seite üben wir Schritt für Schritt. Dabei geht es nicht darum, dass ein junger Hund sofort perfekt läuft, sondern dass er lernt, sich an uns zu orientieren und Spaziergänge gemeinsam mit uns zu gestalten. Bleib: Diese Übung verlangt Geduld und Selbstbeherrschung. Finni soll lernen, auch dann kurz an ihrem Platz zu bleiben, wenn sie am liebsten sofort loslaufen würde. Natürlich steigern wir die Schwierigkeit langsam und passen die Übungen an ihren jeweiligen Lernstand an. Pfote geben: Grundsätzlich kein relevantes Kommando, jedoch das Liebste von Finni. Neben diesen Übungen beschäftigen wir uns mit zwei Fähigkeiten, die im Alltag besonders wertvoll sind: Frustrationstoleranz und Impulskontrolle. Nicht immer bekommt Sie sofort das, was sie gerade möchte. Manchmal muss sie kurz warten, manchmal klappt etwas nicht auf Anhieb und manchmal gibt es etwas Spannendes zu beobachten, ohne dass sie direkt hinlaufen darf. Genau solche Situationen nutzen wir, um mit ihr zu üben. Bei der Frustrationstoleranz geht es darum, kleine Enttäuschungen auszuhalten, ohne sofort frustriert zu reagieren. Die Impulskontrolle hilft ihr dagegen, einen spontanen Impuls zu unterbrechen und zunächst abzuwarten. Das klingt vielleicht nach Kleinigkeiten, spielt im späteren Alltag aber eine große Rolle. Ob beim Spaziergang, beim Begegnen anderer Hunde, beim Warten auf das Futter oder im Zusammenleben mit unseren anderen Tieren: Finni soll nach und nach lernen, nicht jedem Reiz sofort nachzugehen. Dabei erwarten wir natürlich keine Perfektion. Sie ist noch jung und muss diese Fähigkeiten erst entwickeln. Wir geben ihr Zeit, wiederholen die Übungen regelmäßig und freuen uns auch über kleine Fortschritte. Es geht nicht darum, einen Welpen möglichst früh zu kontrollieren. Es geht darum, ihm Orientierung zu geben und ihm dabei zu helfen, mit seiner Umwelt immer besser zurechtzukommen. Lernen im echten Leben – mitten auf unserem Hof

Unser Alltag bietet Finni viele Möglichkeiten, unterschiedliche Eindrücke kennenzulernen. Wir leben umgeben von Wiesen und Wäldern im Bayerischen Wald und haben außerdem zahlreiche Tiere auf unserem Hof. Für Sie bedeutet das eine spannende Welt voller Gerüche, Geräusche und Begegnungen. Beim gemeinsamen Draußen sein kann sie ihre Umgebung erkunden und lernen, dass nicht alles aufregend sein muss. Auch bei Begegnungen mit unseren Schafen, Hühnern, Kaninchen und Katzen begleiten wir sie aufmerksam und achten darauf, dass alle Tiere genügend Abstand und Rückzugsmöglichkeiten haben. Dabei ist uns wichtig, nichts zu erzwingen. Finni darf beobachten, Erfahrungen sammeln und in ihrem Tempo lernen. Gleichzeitig zeigen wir ihr, welches Verhalten wir uns wünschen. Gerade in einem Haushalt mit vielen Tieren sind Ruhe, ein verlässlicher Rückruf, Orientierung am Menschen und ein angemessener Umgang mit Reizen besonders wichtig. Wir möchten, dass Finni langfristig ein entspannter Begleiter wird, der sich in unserem Alltag sicher bewegen kann. Dafür legen wir jetzt die Grundlagen – mit Geduld, Konsequenz und ganz viel gemeinsamer Zeit.

Nach den ersten Wochen des Ankommens und Lernens steht nun der nächste Schritt an: Finni darf die Welpenschule besuchen. Dort soll sie weitere Erfahrungen sammeln und lernen, auch außerhalb unserer gewohnten Umgebung mit neuen Situationen umzugehen. Gleichzeitig möchten wir selbst dazulernen und noch besser verstehen, wie wir sie in ihrer Entwicklung unterstützen können. Denn Hundeerziehung ist kein fertiger Plan, den man einfach abarbeitet. Jeder Hund bringt seinen eigenen Charakter, sein eigenes Tempo und seine ganz persönlichen Herausforderungen mit. Natürlich wissen wir auch, was uns bald bevorsteht: die Pubertät!

Unser Fazit nach zwei Monaten. Wenn wir auf diese ersten zwei Monate zurückblicken, sind wir vor allem dankbar für die vielen kleinen Fortschritte. Finni lernt nicht nur Kommandos. Sie lernt, uns zu vertrauen, sich an uns zu orientieren, zur Ruhe zu kommen und ihren Platz in unserem Alltag zu finden. Natürlich klappt nicht immer alles. Es gibt gute und weniger gute Trainingstage, Momente, in denen sie uns überrascht, und solche, in denen sie lieber ihren eigenen Kopf durchsetzen möchte. Aber genau das macht die gemeinsame Entwicklung aus. Wir möchten keinen perfekten Hund, der jederzeit alles richtig macht. Wir möchten Sie dabei begleiten, zu einer sicheren, entspannten und verlässlichen Begleiterin heranzuwachsen. Und dafür braucht es nicht jeden Tag große Erfolge. Manchmal reicht ein kleiner Fortschritt, ein ruhiger Moment oder ein Blick, der zeigt, dass wir uns ein bisschen besser verstehen als gestern.

Schön, dass du uns auf unserem Weg begleitest.

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Anna-Maria Dausch

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